Tarifvertrag kurzarbeit vka

Im Gegensatz zu Österreich sind die Tarifverhandlungen im deutschen Sozialdienst zersplittert. Das früher eher « schwache » Feld der Tarifabstimmung auf der Grundlage von Akteuren, die sich an den Tarifverträgen des öffentlichen Sektors orientieren, scheint zu erodieren. Einige Autoren weisen darauf hin, dass Vereinbarungen des öffentlichen Sektors bereits ihre Funktion als Bezugspunkt für die Lohnregulierung im Sozialwesen verloren haben (Kühnlein und Wohlfahrt 2006, S. 392; Grohs und Bogumil 2011, S. 309). Die Akteure vor Ort vertreten unterschiedliche Haltungen in Bezug auf Tarifverhandlungen (Koordinierung), die von gewerkschaftlichen Bemühungen über die (Wieder-)Wieder-)Wiedereinführung sektorweiter Tarifverhandlungen bis hin zu privaten Unternehmen reichen, die ohne kollektive Regulierung ihrer Arbeitsverhältnisse tätig sind. Neue Politiken untergruben die Schaffung und Reproduktion koordinierender Institutionen und Praktiken der Lohnverhandlungen in den deutschen Sozialdiensten, anstatt sie zu erleichtern. Daher werden in den folgenden Abschnitten einige wichtige politische und administrative Entwicklungen auf nationaler und regionaler Ebene skizziert. Der nächste Abschnitt stellt das fragmentierte und lückenhafte Muster der Lohnfestsetzungspraktiken und die immer noch andauernden Kämpfe um die Legitimität und den Wert von Tarifverhandlungen im Sozialen Dienst dar. Da Arbeitgeber, d.

h. Anbieter sozialer Dienstleistungen, Wahrnehmungen, Interessen und Verhaltensweisen haben, die eher wettbewerbsfähige als kooperative Praktiken bei der Lohnfestsetzung unterstützen, werden diese Teilnehmer vor Ort ausführlicher beschrieben. ver.di und die Deutsche Telekom Privatkundenvertrieb GmbH (PVG) haben einen Tarifvertrag über Kurzarbeit vereinbart, der Betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Dezember 2023 ausschließt. Die bestehende Subvention für kurzarbeit wird von derzeit 80 % auf 85 % des Bruttolohns im Verhältnis zum Bruttolohn erhöht! Da Unternehmen während der Covid-19-Krise zunehmend auf staatlich subventionierte Kurzarbeit angewiesen sind, um die Arbeitskosten zu senken, arbeiten Gewerkschaften in ganz Europa hart daran, sicherzustellen, dass Unternehmen zusätzlich zu den Subventionen in zusätzliche Löhne für Arbeitnehmer investieren, um Einkommensverluste zu vermeiden oder zu minimieren. Die Arbeitgeber des österreichischen Sozialdienstes bildeten zwei wichtige Organisationen. 1995 wurde die « Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt » (BAG) gegründet, um die fünf größten privaten Non-Profit-Anbieter als Lobbyorganisation zu vertreten, aber nicht, um Tarifverhandlungen zu führen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden öffentlichen Auftragswesens und der Auslagerung durch die Regionalregierungen wollten die Arbeitgeber gegenüber politischen Akteuren eine eigene « Stimme » aufbauen (Interviews 05 und 13). Anfang der 90er Jahre hatten weitere Verhandlungen über die Gründung eines eigenständigen Arbeitgeberverbandes mit dem ausdrücklichen Ziel der Aushandlung eines nationalen branchenweiten Tarifvertrags begonnen.

Nach langwierigen Verhandlungen (siehe Abschnitt 4.2) gründeten schließlich 1997 fünf Anbieterorganisationen die « Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe » (BAGS). Einige große Anbieter wie das Rote Kreuz und kirchliche Organisationen haben sich jedoch nicht angeschlossen. Das gilt für die deutsche Gewerkschaft ver.di, die mehrere Tarifverträge ausgehandelt hat, um die Löhne für Arbeitnehmer während der Pandemie in Branchen vom Einzelhandel über die Finanzierung bis hin zum Gesundheitswesen zu erhöhen. Für Österreichs Sozialdienste haben neue Institutionen und Praktiken der Lohnfestsetzung auf nationaler Ebene einen sozialen Bereich gestärkt.

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